ALEXANDER GRUBER |
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Gesammelte Tiermärchen![]() Hasenherz Pendragon Verlag 288 Seiten | KB | Euro 15,00 ISBN: 978-3-86532-923-3 In dem Sammelband sind Tiermärchen aus vielen Ländern und Kulturen versammelt: aus Deutschland, der Türkei, aus dem Vorderen Orient, aus Russland, aus China, Vietnam, Japan, Indien und aus Afrika. Neben bekannten Klassikern lassen sich auch weniger bekannte Märchen entdecken, wie die titelgebende Geschichte aus der Türkei. Diese Tiermärchen sind für Kinder ebenso faszinierend wie für Erwachsene! Gesammelt und neu erzählt von Alexander Gruber. Mit farbigen Illustrationen von Marcel Keller Ein neues Stück ist entstandenBabiole – Ein Märchen für Jung und Alt und für alle Gewerke des Theaters nach dem Französischen der Mme. d'Aulnoy. Die Aufführungsrechte liegen bei Hartmann und Stauffacher, Verlag für Bühne, Film, Funk und Fernsehen Prinzessin Babiole, das lang ersehnte Töchterchen der Königin Marie-Antoinette, wird im Auftrag der Reine Cathérine, ihrer Schwester, von der bösen Fee Fanferluche bei der Geburt in ein Äffchen verwandelt, das aus einem Fenster des Palastes flieht und vielerlei Abenteuer bestehen muss, ehe der Prinz, Sohn der Reine Cathérine, die Erlösung Babioles bewirken und sie heiraten kann, bei welcher festlichen Gelegenheit auch die beiden königlichen Schwestern sich versöhnen. Märchen aus Japan – FAZ 07.04.2022 (SG)Der Theaterautor und Dramatur Alexander Gruber widmet sich einer lebendigen Neuerzählung japanischer Märchen. In Japans Kulturgut sind Grimms Märchen allgegenwärtig, nun trägt dieses Buch zur Behebung einer Schieflage bei. Neben Klassikern wie den Findlingsgeschichten über den aus einem Pfirsich geschlüpften Jungen „Momotaro“ oder das Findelkind, dass sich als Mondprinzessin entpuppt, finden sich auch unbekanntere Märchen, etwas der Minderheit der Ainu vom „Rattenkind“ oder vom „Raben Paskuru“. Das Buch eintführt in eine exotisch-eskapistische Welt voller Berghexen, Drachen, Flusskobolde oder Zauberfüchse. Das fremde Dekor und die oft auf buddistische Moral und Mitgefühl auch gegenüber Tieren zielenden oder konfuzianische Kindespietät preisenden Geschichten werden durchs Grubers an Grimm erinnernden Märchenduktus oder deutsche Dialekte in unserene Kulturkreis eingepreist. Ohnehin sind laut Forschern achtzig Prozent der Fabeln Nippons dem Index über Märchentypen nach Aarne und Thompson zuzuordnen; und Motive wie neidische Nachbarn, Geiz und wundersame Essensvermehrung gibt es weltweit. Auffallend in der Sammlung ist ein buddistisch inspiriertes Fluktuieren und offene Grenzen zwischen Tier- und Menschenwelt – und statt mit materieller Belohnung enden viele Märchen mit sittlicher Bereicherung und Rückkehr zum Ausgangspunkt. Tiermärchen vieler VölkerAlexander Gruber über seine Märchen-Edition Mit Märchen bin ich aufgewachsen – während des Krieges.
Weil ich, bevor ich in die Schule kam, schon lesen
konnte, las ich alle Märchenbücher, deren ich habhaft
werden konnte, und so saß ich sommers im Garten, hinter
dem am Hang der lichte Wald emporstieg, worin wir,
als der Krieg vorüber war, Bucheckern sammelten, die als
goldgelbes Öl aus der Ölmühle zurückkamen. Winters saß
ich am Küchenherd, wo es warm war und im ›Schiff‹ das
heiße Wasser summte. Die Bomber flogen nur nachts, und
im Luftschutzkeller warfen die Kerzenstummel gerade
genug Licht auf die groß bedruckten magischen Seiten.
Seltsamerweise gehörte für mich Angst nicht in diese archaische
Welt. Hatte der Däumling Angst? Der Zaunkönig?
Oder der Sperling?Abends, bevor ich einschlief, hörte ich den Frauen zu, die am Waldrand saßen, nähten, strickten, schwatzten und sangen: »Kommt ein Vogel geflogen«, »Ännchen von Tharau«, »In einem kühlen Grunde« … Ohne dass ich es wusste, lernte ich des »Knaben Wunderhorn« halb und halb auswendig. Die Wäsche wurde im Kupferkessel gekocht, nachdem sie mit Soda eingeweicht wurde, und der hinkende Nachbar zog den toten Kaninchen zu Weihnachten das Fell über die Ohren. Wir Kinder gaben aber das unsere nicht her; heimlich ließen wir es frei. Bei den Märchen bin ich geblieben. »Aschenputtel« mit seinen Tauben war das erste, das ich fürs Theater schrieb. Weitere zwanzig folgten. Auf der Bühne leben sie; sie sind nicht vergangen. Auch jeder, der sie liest oder hört, bringt sie auf seine innere Bühne. Sie wachsen in unserer Seele, in unserem Geist aus dem Humus der Vergangenheit. Beinahe unmerklich schaffen sie eine allen gemeinsame Menschlichkeit und dem, der nachdenkt: Erkenntnis. Übersicht Tiermärchen – >>> Broschüre |

Mit Märchen bin ich aufgewachsen – während des Krieges.
Weil ich, bevor ich in die Schule kam, schon lesen
konnte, las ich alle Märchenbücher, deren ich habhaft
werden konnte, und so saß ich sommers im Garten, hinter
dem am Hang der lichte Wald emporstieg, worin wir,
als der Krieg vorüber war, Bucheckern sammelten, die als
goldgelbes Öl aus der Ölmühle zurückkamen. Winters saß
ich am Küchenherd, wo es warm war und im ›Schiff‹ das
heiße Wasser summte. Die Bomber flogen nur nachts, und
im Luftschutzkeller warfen die Kerzenstummel gerade
genug Licht auf die groß bedruckten magischen Seiten.
Seltsamerweise gehörte für mich Angst nicht in diese archaische
Welt. Hatte der Däumling Angst? Der Zaunkönig?
Oder der Sperling?