ALEXANDER GRUBER



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Tiermärchen vieler Völker


Alexander Gruber über seine Märchen-Edition

Tiermärchen vieler Völker - Alexander GruberMit Märchen bin ich aufgewachsen – während des Krieges. Weil ich, bevor ich in die Schule kam, schon lesen konnte, las ich alle Märchenbücher, deren ich habhaft werden konnte, und so saß ich sommers im Garten, hinter dem am Hang der lichte Wald emporstieg, worin wir, als der Krieg vorüber war, Bucheckern sammelten, die als goldgelbes Öl aus der Ölmühle zurückkamen. Winters saß ich am Küchenherd, wo es warm war und im ›Schiff‹ das heiße Wasser summte. Die Bomber flogen nur nachts, und im Luftschutzkeller warfen die Kerzenstummel gerade genug Licht auf die groß bedruckten magischen Seiten. Seltsamerweise gehörte für mich Angst nicht in diese archaische Welt. Hatte der Däumling Angst? Der Zaunkönig? Oder der Sperling?

Abends, bevor ich einschlief, hörte ich den Frauen zu, die am Waldrand saßen, nähten, strickten, schwatzten und sangen: »Kommt ein Vogel geflogen«, »Ännchen von Tharau«, »In einem kühlen Grunde« … Ohne dass ich es wusste, lernte ich des »Knaben Wunderhorn« halb und halb auswendig. Die Wäsche wurde im Kupferkessel gekocht, nachdem sie mit Soda eingeweicht wurde, und der hinkende Nachbar zog den toten Kaninchen zu Weihnachten das Fell über die Ohren. Wir Kinder gaben aber das unsere nicht her; heimlich ließen wir es frei.

Bei den Märchen bin ich geblieben. »Aschenputtel« mit seinen Tauben war das erste, das ich fürs Theater schrieb. Weitere zwanzig folgten. Auf der Bühne leben sie; sie sind nicht vergangen. Auch jeder, der sie liest oder hört, bringt sie auf seine innere Bühne. Sie wachsen in unserer Seele, in unserem Geist aus dem Humus der Vergangenheit. Beinahe unmerklich schaffen sie eine allen gemeinsame Menschlichkeit und dem, der nachdenkt: Erkenntnis.

Übersicht Tiermärchen >>> Broschüre



Tiermärchen vieler Völker – Band 4


Tiermärchen vieler VölkerNeuerscheinung Mai 2017
Tiermärchen vieler Völker
Band 4 | Märchen aus Russland


Pendragon Verlag
166 Seiten | KB | Euro 14,99
ISBN: 978-3-86532-589-1
Auch als eBook erhältlich





Die hier versammelten russischen Märchen, ob sie unter Tieren spielen oder Tiere als Helfer handeln lassen, sie sind mit Herz und Verstand erzählt, komisch und derb manchmal, spöttisch oder zart, immer mitfühlend, oft auch mit großem Atem. Und so gewinnen wir einen erstaunlichen Einblick in die viel beschworene, nirgends besser greifbare »russische Seele«.



Tiermärchen vieler Völker


Sindbad der SeefahrerNeuerscheinung November 2016
Sindbad der Seefahrer

Pendragon Verlag
120 Seiten | KB | Euro 12,00
ISBN: 978-3-86532-571-6
Auch als eBook erhältlich





Neu erzählt von Alexander Gruber

Sindbad der Seefahrer hat Unglaubliches erlebt, in Persien vor über 1000 Jahren. Aber er ist ein moderner Mensch: mobil, risikofreudig, profit­orientiert. Nur für sich selbst tritt er ein. Nur sich selbst ist er verantwortlich. Dabei ist er klug, ja, vorsichtig, anpassungsfähig, manchmal, wenn es die Lage erfordert, sogar kühn. Tollkühn niemals. Die spannenden Abenteuer, die er auf seinen Reisen erlebt und besteht, dann auch später erzählt sind unerwartet und fabelhaft, aber auch hart und grausam. Und wie es sich gehört, übernimmt dieser Fahrer durch die Stürme des Lebens zuletzt auch Verantwortung für seinen Namensvetter, Sindbad den Lastträger.




Über das „Bielefelder Opernwunder“.
Was es war. Wie es entstand. Was es bedeutet.

„Das republikanisch verfasste ‚Bielefelder Opernwunder‘ hat – und dies mit Unterstützung der nationalen und internationalen Presse, die das Publikum zu dem einer virtuellen europäischen Republik erweiterte – eine Art von historischer Mission erfüllt und das eingefrorene Repertoire aufgebrochen, aufgetaut, belebt. Es hat Schule gemacht, vor allem im deutschsprachigen Raum.“

Erschienen in den Ravensberger Blättern | Organ des Historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg e.V. | 1. Heft 2015 | S. 36-50




Bitter.Brackwede

Aus Anlass der 800-Jahr-Feier Bielefelds veröffentlicht Alexander Gruber zum ersten Mal zwei seiner Theaterstücke.

Hermann Bitter – ein in Vergessenheit geratener einfacher Held. Als Bürgermeister Brackwedes ließ er am Ostermontag 1945 die Panzersperren öffnen. Er wollte den Weg frei machen für die 1. US-Armee, die auf ihrem Marsch an die Elbe die Nazi-Herrschaft beendete. Hermann Bitter wurde jedoch wegen seiner mutigen Tat vom Militär verhaftet, an die Kreisleitung der NSDAP überstellt, und, während die amerikanischen Soldaten bereits auf dem Weg nach Bielefeld waren, von der SS ermordet und verscharrt. Das Schicksal dieses aufrechten, verantwortungsbewussten Mannes behandelt Bitter. Brackwede.

Auch das zweite Stück, Feuerende, bleibt bei dem Thema geschichtlicher Not und dem Ringen um die Zukunft. Es handelt vom Notstand in der Senne, vom Bielefelder Volksfreund, dem Jöllenbecker Weber und – beispielhaft – den Menschen in Storms Immensee vor, während und nach der verfehlten Revolution von 1848 /49.

Pendragon Verlag | 164 Seiten | PB | Euro 14,80
ISBN: 978-3-86532-384-2 | Auch als eBook erhältlich